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KAB spricht sich gegen PID aus
Bundesregierung entscheidet „im Zweifel gegen den Embryo“

Der Bezirksverband Olpe-Siegen der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) hat sein Unverständnis und seinen Unmut über die Entscheidung des Bundestages zur Zulassung der Präimplantationsdiagnostik (PID) bekundet. Auf scharfe Kritik stieß in den Reihen der KAB der Einsatz führender CDU- Politiker wie Ursula von der Leyen für eine Zulassung des Testverfahrens.

Der Bezirksvorstand der KAB wandte sich gegen einen Verstoß „wider die Würde des ungeborenen Embryos“. KAB-Bezirksvorstandsmitglied Erwin Vitt verwies auf die kontinuierliche Entwicklung des Embryos, die eine Aberkennung der menschlichen Würde zweifelhaft erscheinen lasse: „Das Kind im Mutterleib entwickelt sich nicht zum Menschen, sondern als Mensch.“ Dieser Auffassung liegt die Überzeugung zugrunde, dass im Embryo bereits alle Anlagen enthalten sind, die ihn zu dem Menschen werden lassen, der im Laufe der Schwangerschaft an Gestalt gewinnt. Vor diesem Hintergrund sei die Anwendung der PID sehr fragwürdig.

Da kein Konsens über den moralischen Status des Embryos bestehe, sei das Bekenntnis zur PID „höchst voreilig". Das Urteil, das die Bundesregierung auf der Grundlage dieser unentschiedenen Debatte gefällt hat, laute somit „im Zweifel gegen den Embryo“.

Neben der Selektion mehrerer befruchteter Eizellen, die jeden Testvorgang begleitet, befürchtet die KAB eine schleichende Ausweitung des momentan auf wenige genetische Defekte begrenzten Verfahrens. „Der Blick auf unsere Nachbarländer und nach Amerika zeigt, dass die PID dort bereits jetzt seltsame Blüten treibt. Wir sehen, dass in Amerika geschlechtsspezifische Selektionsverfahren stattfinden. In England lassen in einigen Fällen Eltern zum Zweck von Knochenmarkspenden genetisch gesunde Kinder „herstellen“, die das Gewebe zur Heilung ihrer kranken Geschwister liefern sollen“, erläuterte Erwin Vitt. Der Mensch werde ausgehend von derartigen Überlegungen nicht als Zweck, sondern als bloßes Mittel betrachtet.
Der Bundestag stelle durch die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik die Weichen für die Möglichkeit, Embryonen mit unerwünschten genetischen Veranlagungen zukünftig mit Hilfe von PID zu selektieren.
„Diese Entscheidung des Bundestages ist ein schwerer Schlag für das Rechtsbewusstsein und den Lebensschutz in unserem Land“, resümiert Hildegard Schlüter, 2. Vorsitzende des KAB-Bezirksvorstands.

Mit einem christlichen Menschenbild seien solche Ansichten entgegen der Meinung einiger Unionspolitiker unmöglich in Einklang zu bringen.